TÚ ERES MI YO/ DU BIST MEIN ICH
Performance von Otto Novoa, die zwischenmenschliche Beziehungen als Raum einer gemeinsam konstruierten Identität untersucht.
TÚ ERES MI YO/ DU BIST MEIN ICH ist eine Performance, die zwischenmenschliche Beziehungen als Raum einer gemeinsam konstruierten Identität untersucht. Die Arbeit reflektiert über Vertrauen, Verletzlichkeit und taktiles Gedächtnis und hinterfragt die Möglichkeit einer objektiven Darstellung des fremden Gesichts — und in Erweiterung dessen auch des eigenen.
In dieser Intervention wird der Körper des/der Performer*in zugleich zu Träger und Grenze. Der Kopf ist von einem Block frischen Ton bedeckt, der das Sehen und Hören teilweise einschränkt und die Performer/in in einen Zustand der Abhängigkeit vom Gegenüber versetzt, um sich zu orientieren, wahrzunehmen und zu schaffen. Die Erfahrung verschiebt die Dominanz des Blicks und setzt den Tastsinn als zentrales Erkenntnisinstrument ein.
Am Ende der Performance entsteht ein Porträt, das nicht das Ergebnis visueller Beobachtung, sondern taktiler Erkundung ist. Es entsteht nicht aus Distanz, sondern aus Berührung. So formuliert die Arbeit die These, dass das „Ich“ keine autonome Einheit ist, sondern eine Konstruktion, die aus der Begegnung mit dem „Anderen“ hervorgeht.
Die Idee dieser Performance ist offen und kann an verschiedene kulturelle Kontexte angepasst werden. Musik (Instrumente) und die tänzerische Interaktion der Performer*innen sind Teil einer gemeinsamen sinnlichen Erkundung und entstehen zusammen mit den Teilnehmenden des kreativen Prozesses.


